Jetzt, da Emma wieder ganz perfekt funktioniert, können wir meine freien Tage auf der Farm ein bisschen besser nutzen und machen Ausflüge in die – nun ja – nicht ganz so nahe, sondern eher eine bis anderthalb Stunden entfernte Umgebung. Besonders schön, wenn auch sehr anstrengend 😉 war die sechseinhalbstündige Wanderung auf einem Abschnitt des South West Coast Paths von Kingswear nach Bixham. Grundsätzlich führt ja anscheinend ein Coast Path um ganz England (einschließlich Wales) herum bzw. soll bis Ende 2024 fertiggestellt werden, ich hatte aber bisher immer nur von den knapp über 1000 Kilometern South West Coast Path gehört, der die Küsten von Somerset, Devon, Cornwall und Dorset verbindet. Ein paar Kilometer davon kenne ich jetzt ganz gut 🙂
Gleich mein erster Ausflug nach Emmas Werkstattbesuchen hatte mich ja nach Somerset geführt mit einem kleinen Abstecher auf diesen Küstenwanderweg. Eine Woche später dann war ich nochmal ein bisschen in der Nähe und habe einen dieser malerischen Küstenorte Cornwalls an der Nordküste besucht – zugegebenermaßen, weil ich ein Foto von einem „Museum of Witchcraft and Magic“ entdeckt habe 🙂 Und da musste ich dann natürlich hin 😉 Der kleine Ort Boscastle ist aber auch ein wirklich traumhafter Ort mit süßen Lädchen und Cafés und, da an der Küste, kann man auch dort wieder herrlich ein paar Kilometer wandern gehen und die wunderbaren Ausblicke genießen.




Und dann hatte ich es mir in den Kopf gesetzt, mal einen ganzen Tag auf dem Küstenwanderweg zu verbringen und bin – relativ nah an meinen „Zuhause auf Zeit“ – 16 Kilometer von Kingswear nach Bixham gewandert. Als meine Wanderapp dafür sechseinhalb Stunden ausspuckt, denke ich … nee, das kann ja nicht sein, aber – kleiner Spoiler – konnte es doch 😉 Was ich nämlich völlig unterschätzt habe: es geht wirklich permanent einen Berg rauf, dann wieder runter und dann direkt wieder rauf…
Gestartet bin ich in Kingswear, nachdem ich in Bixham mein Auto direkt am Wanderweg geparkt habe und dann mit dem Bus nach Kingswear gefahren bin. Eigentlich hatte ich den Weg umgekehrt geplant und wollte zum Schluss mit dem Bus Richtung Parkplatz fahren, aber: ich habe heute mal ausgeschlafen und starte sowas von spät in diese lange Wanderung, das ich mir sehr unsicher bin, ob ich am Ende den Bus auch erwische (der letzte fährt gegen sieben) und so plane ich spontan um und laufe lieber auf mein Auto zu.
Das Wetter ist ein Traum, blauer Himmel, kleine weiße Wölkchen und eine Sonne, die den überwiegenden Teil des Tages so auf mich herabprasselt, das ich mir relativ schnell wünsche, ich wäre schon früher am Tag gestartet – aber egal, dann wird zumindest das letzte Drittel wohl etwas angenehmer. Die Aussichten sind fantastisch, kleine Buchten, Felsen im Meer, zwischendurch kleine Strände, auf denen sich aber immer ein paar Menschen tummeln, denn schließlich ist grade Ferienzeit. Ansonsten bin ich dieses Mal nicht ganz so alleine auf dem Wanderweg unterwegs und das ist zur Abwechslung auch mal ganz schön, wenn man hin und wieder Menschen begegnet.



Ich würde sagen, die erste Hälfte der Strecke schaffe ich sehr entspannt, die zweite Hälfte wird doch tatsächlich ziemlich anstrengend und ich wünsche mir hin und wieder mein Auto herbei 🙂 Unterwegs gibt es auch so viele kleine Wanderparkplätze, das ich mich manchmal frage, warum ich unbedingt den kompletten Abschnitt laufen musste, aber gut, hab’s mir ja selbst ausgesucht… und als ich abends dann kurz nach sieben an meinem Auto ankomme, recht k.o. muss ich sagen, bin ich doch ziemlich glücklich, das ich’s geschafft habe… und das Gefühl erst, als ich die Wanderschuhe endlich ausziehen und wieder in Sneaker schlüpfen kann, unbeschreiblich 🙂
Eine deutlich entspanntere Wanderung mache ich an meinem letzten freien Tag auf der Farm (ja, die Zeit ist bald rum, yippieh 🙂 ) – ich wandere auf den höchsten Punkt von Somerset. Was sich irgendwie erstmal anstrengender anhört als ein Küstenwanderweg ist total erholsam – zwei Stunden auf einen kleinen Hügel, zwei Stunden wieder zurück, anfangs durch diese wunderschöne Landschaft, für die England so bekannt ist: kleine grüne Hügel, Weideflächen und Wiesen, meist von Hecken oder kleinen Mauern eingegrenzt, später dann durch eine grandios blühende Heidelandschaft. Und dieser Blick: besagte englische Landschaft plus Küste und Meer … dazu zwar weniger Sonne, aber es regnet nicht, was will ich mehr?



Jetzt sind’s auch nur noch ein paar Tage mit Shrek & Co. und dann bin ich wieder „frei“ 🙂 Ich freu mich schon!!!